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Selbstbestimmt über den Tod hinaus

 Immer mehr Menschen möchten selbst über ihre Grabgestaltung entscheiden

Die Wünsche des Kunden für eine Grabgestaltung können schon beim Abschluss eines Vorsorgevertrages mit dem Friedhofsgärtner besprochen und festgelegt werden.

 

„Die ist neu, da waren die Friedhofsgärtner aber fix“, stellt Elke Wagner fest und deutet auf eine Christrose auf dem Grab vor ihren Füßen. „Vor drei Tagen stand hier noch eine, die aus irgendeinem Grund nicht mehr gut aussah. Deshalb wollte ich heute eigentlich noch in der Friedhofsgärtnerei vorbeischauen, aber das kann ich mir jetzt ja sparen“, meint sie und nickt zufrieden. Ob Regen oder Sonnenschein, die 70-Jährige kommt rund ums Jahr gerne auf den Friedhof, „zweimal die Woche eigentlich immer, schließlich muss ich Klaus doch auf dem Laufenden halten“, meint sie augenzwinkernd.

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass ihr Mann überraschend verstarb. Er fehlt, das wird auch ohne viele Worte klar, und doch hat die resolute Dame ihr Leben wieder in die Hand genommen – so wie sie es immer getan hat. „Ich habe drei Kinder großgezogen und ein eigenes kleines Friseurgeschäft geführt, Jammern und Nichtstun liegt mir nicht.“ Rommeénachmittage mit Freundinnen, Aquagymnastik, Kinder- und Enkelbesuche – Langeweile kennt sie nicht. Lediglich ihren geliebten Kleingarten musste sie vor einiger Zeit abgeben; die Knochen wollten nicht mehr so recht „und warum soll ich mich quälen, da mache ich lieber einen schönen Spaziergang durch den Friedhof, das ist ja ohnehin fast wie ein Garten.“

Mit demselben Pragmatismus geht sie auch das Thema Vorsorge an. Die Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sind längst unterschrieben, und nicht nur das Grab ihres Mannes lässt sie von den Friedhofsgärtnern betreuen, auch für sich selbst will sie demnächst einen Dauergrabpflegevertrag abschließen. „Meine Kinder fanden das erst ein bisschen merkwürdig, schließlich bin ich ja noch putzmunter und hoffe, dass das auch noch ein Weilchen so bleibt. Aber genau deshalb mache ich es ja: Jetzt kann ich mir noch in Ruhe Gedanken machen und bestimmen, wie ich mir mein Grab vorstelle, was auf dem Stein stehen soll, welche Blumen ich gerne darauf hätte und so weiter.“

Im Frühjahr wünscht sie sich zum Beispiel Hornveilchen – und im Winter bloß kein Trockengesteck „bei der Vorstellung käme ich ja jetzt schon auf trübe Gedanken!“ Außerdem, meint Elke Wagner, sei sie Realistin: „Meine Kinder wohnen über die ganze Republik verstreut, die können nicht mal
eben zum Blumengießen herkommen. So wissen sie jetzt, dass mein Grab später einmal so aussehen wird, wie ich es mag, und dass es jederzeit in guten Händen ist. Ich bin zufrieden, sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, und wenn sie doch mal „zu Besuch“ kommen, können sie die Zeit dazu nutzen, um Klaus und mich auf den neusten Stand zu bringen – schließlich weiß ich nicht, ob ich da oben auch alles mitbekomme.“ Sprach sie, blinzelt zufrieden in die Sonne und steuert die Friedhofsgärtnerei an – nach der Christrosensorte fragen: „Die kenne ich noch gar nicht, aber die ist schön, die möchte ich später auch mal haben.“

Dauergrabpflege: Verträge schon zu Lebzeiten abschließen

Wer selbst darüber entscheiden möchte, wie das eigene Grab gestaltet und gepflegt werden soll, kanndies über einen Treuhandvertrag mit einer Dauergrabpflege Einrichtung und einer Friedhofsgärtnerei schon zu Lebzeiten regeln – und natürlich jederzeit noch anpassen oder ergänzen. Ob lediglich die Grabstelle sauber gehalten werden soll, oder zusätzlich beispielsweise der Gießservice oder saisonal wechselnde Bepflanzungen gewünscht
werden: Über den Leistungsumfang und die Vertragslaufzeit entscheidet jeder Auftraggeber ganz individuell.

Weitere Informationen zur Grabpflege und eine qualifizierte Friedhofsgärtnerei in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter www.grabpflege.de

 

Foto: BdF, Bonn

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Bessere Steine für den Friedhof


Handwerklich gefertigtes Grabmal aus Schwarzach Tobler Sandstein aus Österreich von Christiane Hellmich aus Mittelneufach, Goldmedaillengewinnerin auf der Internationalen Gartenschau Hamburg.

Zu einem Grab gehört ein Grabzeichen. Früher eine Selbstverständlichkeit, heute eine eher komplizierte Sache. Ein Stein oder kein Stein und wenn ein Stein, dann, was für ein Stein? Und: Woher stammt dieser Stein? Fragen, auf die Hinterbliebene, Friedhofsverwaltungen sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen Antworten suchen. Helfen kann der Steinmetz vor Ort.

Einem Menschen auf dem Friedhof ein Denkmal setzen. Ein Wunsch, der eine lange Tradition hat. Form und Gestalt dieser „Denk-Male“ ändern sich.
Was bleibt sind die Zeichen aus Stein. Der Steinmetz bringt diese Zeichen in Form. Er gestaltet die einmaligen Hinweise des Nicht-Vergessens, die langlebigen Zeugen der Geschichte oder die einfachen Orte der Erinnerung.

Allerdings: Grab und Grabzeichen sind heute nicht mehr selbstverständlich. Es gibt andere, vordergründig bequemere und preiswertere Möglichkeiten des Gedenkens. Und doch: Der Friedhof als öffentlicher Kommunikationsraum oder als individuelle Gedenkstätte ist noch immer der Ort der persönlichen Trauer. Seine Akzeptanz in breiten Bevölkerungsschichten ist ungebrochen und mit ihm der mit einem Zeichen versehene individuelle Ort des Gedenkens. Alternative Bestattungsformen sind Alternativen. Sie bleiben die Ausnahmen und genießen daher oft eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Alternativlos sind natürliche Materialien, wenn es um die Gestaltung der Zeichen auf dem Friedhof geht. Natürliche Steine sind witterungsbeständig, langlebig, vielfältig zu gestalten und in Farben, Strukturen und Vorkommen kaum zu überbieten.

Nutzbare Steine gibt es überall; direkt vor der Haustür und auf der ganzen Welt. Die Möglichkeiten ihrer Gestaltung sind grenzenlos. Die Art der Fertigung geschieht industriell von der Stange irgendwo in einer fernen Produktionsstätte oder ganz individuell in der meisterlichen Werkstatt nebenan.

Die Steine kommen aus aller Welt. Unterschiedliche Produktionsbedingungen in den Erzeugerländern und perfekt organisierte internationale Handelsbeziehungen machen es möglich, dass Produkte aus Stein, die aus Asien oder Südamerika nach Europa transportiert werden und verglichen mit Produkten aus europäischen Steinen oft deutlich günstiger
angeboten werden.

Gerade bei Natursteinimporten aus asiatischen Ländern ist der Steinmetz auf das Qualitätsbewusstsein und die Verlässlichkeit seiner Handelspartner angewiesen. Nur die dort tätigen Unternehmen kennen die Produktionsbedingungen vor Ort. An den Importeuren liegt es, in den Steinbrüchen, in den
Produktionsstätten und auf den Transportwegen für angemessene und würdige Arbeits- und Lebensbedingungen der in ihrem Auftrag tätigen Menschen zu sorgen. Sie garantieren diese Bedingungen letztendlich gegenüber den Verbrauchern – und dem Steinmetz. Der Handwerker vor Ort muss den Versprechungen dieser Händler oder den von unabhängigen Agenturen und Vereinen angebotenen Zertifizierungen vertrauen. Dies gilt für alle nach Europa importierten Natursteine, die in Europa verarbeitet werden, ganz gleich ob aus ihnen Produkte, die für den Friedhof vorgesehen sind, Pflastersteine,
Bodenbeläge, Wandbekleidungen oder Küchenarbeitsplatten entstehen.

Missstände in den internationalen Handelsbeziehungen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in den Gewinnungs- und Produktionsstätten der Erzeugerländer sind im internationalen Natursteinhandel wie im Handeln mit anderen Waren des täglichen Verbrauchs von den europäischen Märkten
auszuschließen.


Meisterliche Hand-oder Maschinen-Arbeit ist Steinmetzarbeit, wie hier beim Nachwuchswettbewerb
auf der Stone+tec, der Messe für Naturstein und Natursteinbearbeitung in Nürnberg.

Der Steinmetz muss schon im Sinn seiner Kunden davon ausgehen, dass die von ihm angebotenen Produkte „fair produziert“ und „fair gehandelt“ sind. Garantieren kann er das nicht. Das können nur zuverlässige, vor Ort tätige Unternehmen, Importeure oder Händler.

 

Foto: BIV Steinmetze